Pflanzennamen: Dinkel
Lateinisch: Triiticum spelta L. Englisch: spelt
Familie: Pocceae (Süßgräser) Verwendeter
Pflanzenteil: Korn
Inhaltsstoffe: Das Dinkelkorn besteht zu 56 Prozent aus Stärke, 11,6 Prozent Eiweiß, 2,7 Prozent Fett und zwei Prozent Mineralstoffen.
Beachtlich sind, neben dem wertvollen Eiweiß, in dem sich zumindest in Spuren alle essentiellen Aminosäuren finden, und den herzfreundlichen ungesättigten Fettsäuren, Mineralstoff- und Vitamingehalt. Dinkel ist reich an Vitaminen der B-Gruppe, Vitamin A und E sowie den Mineralstoffen Kalium und Phosphor und auch an Eisen und Zink. Herausragend ist beim ausgereiften Dinkel auch der hohe Gehalt an Kieselsöure, die das Korn aus den mineralreichen Böden holt.
Der Dinkel hat eine hohe Nährstoffdichte. 100 g decken zum Beispiel ein Drittel des Tagesbedarfs an Magnesium und Phosphor.
Heilwirkung: "Dinkel ist das beste Getreidekorn, wirkt wärmend und fettend und hochwertig und gelinder als andere Körner ... Dinkel führt zu einem rechten Blut, gibt ein aufgelockertes Gemüt und die Gabe des Frohsinns", schreibt die heilkundige Benediktiner-Äbtissin Hildegard von Bingen. Tatsächlich ist die enthaltene Kieselsäure gut fürs Denkvermögen und die Konzentration, wie auch für Haut, Haare und Nagel. Das Eisen dient zur Blutbildung. Zink stärkt allgemein die Abwehrkräfte sowie die Prostata und ist nachgewiesenermaßen ein Lebertherapeutikum.
Der Dinkel soll im gesamten Verdauungstrakt anregend wirken, der Stoffwechsel wird angeregt, ebenso wie die Nerven und die Sinne. Er wird von Naturärzten besonders für Kinder empfohlen, da er auch Eisen enthält. Weil Dinkel angeblich mit seinen Heil- und Nährstoffen in den feinsten Molekularbereich der Zelle eindringt, wird er auch häufig in Krebskliniken den Patienten gegeben.
Volksheillkunde: Schlecksucht bei Kindern ist zu einem guten Teil auf Mangelstoffe in der Zivilisationskost zurückzuführen. Dinkelbrei stellt die ideale Kindernahrung dar.
Dinkelbrei ist qualitativ hochwertig und von kerniger Natur. Man hat das Gefühl einer natürlichen Sättigung nach einem Dinkelbrei-Frühstück. Und hält auch bei schwerer Arbeit ohne Hungergefühl bis Mittag durch.
Botanik: Dinkel ist wahrscheinlich eine natürliche Kreuzung zwischen Zwergweizen und Emmer. Die Pflanze ist von rötlicher Farbe. Er hat eine lockere, schmale Ähre und ein bespelztes Korn. Gegenüber dem Saatweizen wird er höher und ist nicht standfest. Die Ähren sind dünner mit längeren rötlichen Körnern, die in kräftigen Hülsen zu zweien und an der Spitze einzeln stehen. Eine Besonderheit ist, dass er über eine sehr brüchige Ährenspindel verfügt, die in einzelne Sprossteile - Vesen genannt - zerfällt. Diese einzelnen Stücke bestehen immer aus je einem Abschnitt Spindel und einem Ährchen. Die prallen, leicht rötlich gefärbten Körner fallen beim Dreschen nicht aus den Spelzen, was einen zusätzlichen Verarbeitungsschnitt der Mühle, den Gerbgang, für deren Entfernung verlangt.
Unterschieden werden Winter- und Sommer-Dinkel, der im Gegensatz zu ersterem Grannen entwickelt. Diese Eigenschaft scheint aber nicht stabil zu sein, denn auf leichtem Boden entwickelt auch der Winter-Dinkel Grannen.
Geschichte: Dinkel stammt ursprünglich aus Asien, wo er im südwestlichen Teil schon vor gut 3000 Jahren als Kulturpflanze bekannt war. Später wurde er in Spanien und Teilen Mitteleuropas und vor allem im Alpenraum angebaut. Im 18. Jahrhundert war Dinkel ein wichtiges Handelsgetreide.
Aus früheren Zeiten stammt die Tradition der Bauern - ausgelöst durch mehrere Missernten und sintflutartige Regengüsse - die verbliebenen noch grünen Dinkelöhren mit der Sichel abzuschneiden, um über den Winter zu kommen. Dieses unreife Getreide war nicht lagerfähig und wurde deshalb am Feuer gedarrt. Die zarten, unreifen Dinkelkörner werden dann aufgeschlossen und erleben eine Nachreife. Dieses, als Grünkern bezeichnete, Getreide ist aber nicht backfähig. Es wird aber, vor allem im süddeutschen Raum, auch heute noch gern zu Suppen oder Grünkernküche verarbeitet und spielt eine bedeutende Rolle in der Vollwert-Küche.
Fazit: Das SOJALL- KEIMO- bzw. FERMENTA-FOOD Verfahren, kann zu Zeit als die natürlichste bzw. vollkommenste Zubereitung für Getreide, Hülsenfrüchte, Linsen, Luzerne, Leinsamen, Rotklee, Erbsen, Weintraubenkerne, Sanddorn, Weizenkeime, Topinambur, Mango, Erdmandel, Kürbiskerne usw. angesehen werden.
