Warum ist Topinambur so gesund?

Topinambur ist ein Naturprodukt das insbesondere den in der modernen Gesellschaft vergessenen, ernährungsphysiologisch wichtigen Dickdarm in seiner Funktion unterstützt.
Topinambur wirkt über den Darm, der neben Stoffwechselfunktionen, die mit denen der Leber vergleichbar sind, das größte Immunorgan unseres Körpers ist. Menschen in den modernen Gesellschaften nutzen nur zu ca. 25 % den Dickdarm für die Energiegewinnung. Ursprünglich waren dies über 60 %. Dadurch treten in den modernen Gesellschaften wegen Überernährung so viele Probleme auf. Menschen haben in ihrer evolutionaren Entwicklung immer mehr Probleme mit der Unterernährung, also dem Nahrungsmangel gehabt. Darum sind die Stoffwechselfunktionen in erster Linie so angelegt, dass sie Nahrungsmangel, nicht Nahrungsüberschuss, begegnen können. Die modernen Gesellschaften kämpfen aber mit dem letzten Problem.
Welche Inhaltsstoffe machen Topinambur so wertvoll?
Es sind vor allem die Poly- und Oligosaccharide, die als Nährstoffe für die Bakterienflora des Dickdarms, aber auch des Dünndarms zur Verfügung stehen. Im Topinambur ist auch das Verhältnis der Mineralien wie Calcium, Magnesium, Phosphat, Kalium und Natrium optimal.
Welche ernährungsphysiologischen Eigenschaften
zeichnen ihn besonders aus?
Topinambur ernährt bestimmte Bakterienpopulationen, insbesondere die Bakterien, die ausgesprochen nützlich sind, die Bifitusbakterien . Diese sichern im Darm bestimmte Rahmenbedingungen, so dass schädliche Bakterien weniger Chancen haben, sich zu entwickeln. Durch deren Stoffwechselprodukte werden die Darmepithelzellen ernährt und können so die Darmbarriere gegenüber dem restlichen Körper abdichten. Die Bakterien im Darm stellen im Prinzip die nach Innen verlegte Außenwelt dar. Diese innere Außenwelt will gut abgegrenzt sein, damit sie für den restlichen Körper nicht schädlich, sondern nützlich ist. Dafür sorgt Topinambur.
Ist Topinambur auch für Kleinkinder und Säuglinge
bzw. werdende Mütter geeignet?
Gerade diese Gruppen sind auf einen gut funktionierenden Darm angewiesen. Werdende Mütter tragen ja ohnehin für das sich entwickelnde Kind eine große Verantwortung. Die Verbindung zwischen Mutter und Kind ist beim Menschen über den Mutterkuchen besonders innig. Sogar Antikörper gelangen bereits intrauterin von der Mutter zum Kind. Genauso können auch schädliche Produkte aus dem Darm in das Kind gelangen und so bereits eine Beeinträchtigung des Kindes hervorrufen. Die regelmäßige Aufnahme von Topinambur durch die Mutter beugt diesen möglichen Schädigungen vor. Für die Mutter ist besonders die Einnahme von Topinambur ca. 3 Wochen vor und 3 Wochen nach der Geburt wichtig, da hierdurch die durch die Hormonumstellung um die Geburt sich verändernde Darmflora stabilisiert, dadurch die immunologische Aktivität verbessert und vor allem die Darmbarriere abgedichtet wird. Die Darmepithelzellen benötigen Energie, um ihren Aufgaben nachzukommen. Neben absorptiven Aufgaben betrifft das besonders die feste Abdichtung nach Innen sowie die Sekretion von Antikörpern auf die Schleimhautoberfläche. Dadurch können schädliche Mikroorganismen besser abgewehrt werden. Säuglinge werden über die Muttermilch mit dem so genannten Bifidofaktor versorgt. Dieser stimuliert besonders die Bifidobakterien im Dickdarm. Durch die gut arbeitende Magendarmflora der Mutter werden bestimmte flüchtige Fettsäuren gebildet und über die Muttermilch dem Säugling vermittelt. Diese Fettsäuren könnten Viren zerstören. In der Muttermilch finden sich auch mehr Antikörper gegen Darminfektionserreger. Besonders die so genannte Dreimonatskolik des Säuglings lässt sich durch Topinambur-Aufnahme der Mutter positiv beeinflussen. Die massiven Blähungen und Schmerzen entstehen beim Säugling durch Floraumstellungen in diesem Alter, die normal sind. Topinambur kann über die Muttermilch den Eintrag von Fruktose und Polymeren daraus diese Entzündungen reduzieren oder ganz beseitigen. Bei Kleinkindern kann über Topinambur einer ganzen Reihe von Darmentzündungen vorgebeugt werden, da unter Topinambur sich die eigenständige Darmflora (von der Mutter und der Umgebung des Kindes abstammend) sehr schnell stabilisieren kann. Erst mit ca. 3 Lebensjahren entspricht diese der des Erwachsenen. Alle Florastörungen können die kindliche Entwicklung negativ beeinflussen, da diese das Immunsystem belasten.
Bioverfügbarkeit von Topinambur
Darüber kann man eigentlich noch wenig sagen, weil man auf Beobachtungen angewiesen ist. Interessant ist, dass Menschen die regelmäßig Topinambur zu sich nehmen über größere körperliche und geistige Fitness berichten. Diese Personen sind auch körperlich und psychisch ausgeglichener. Aus Experimenten mit Mikroorganismen ist der Autorin bekannt, dass Inulin aus Topinambur von bestimmten, die Darmflora und Darmgesundheit positiv beeinflussenden Bakterien besser verwertet wird, als Inulin anderen Urspungs. Es kann davon ausgegangen werden, dass unter Topinambur weniger Schadstoffe wie Ammoniak, Polyamine Kresole, Phenole etc. gebildet werden, die den Körper negativ beeinflussen.

























