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Dr. med. Johannes Kuhl
Schach dem Krebs

Buchautor
Günter Albert Ulmer

Literatur

Sauerstoffmangel durch verengte Kapillaren

ist die Hauptursache von Krebs

 

Krebs ist keine einheitliche Krankheit, sondern ein Oberbegriff für mehr als hundert verschiedene Formen bösartiger Erkrankungen. Nahezu jedes Gewebe unseres Körpers kann krebsartige Entartungen hervorbringen, manchmal sogar mehrere unterschiedliche Typen. Und jedes der Leiden wiederum hat seine eigenen Merkmale. Trotz dieser Verschiedenartigkeit entstehen alle Tumore offenbar durch ähnliche grundlegende Prozesse.
Die 75 Milliarden Zellen eines gesunden menschlichen Körpers leben in einer komplexen Gemeinschaft, die auf wechselseitiger Abhängigkeit und geteilter Herrschaft beruht. Ob sich eine Zelle vermehrt oder nicht, unterliegt dem Einfluss anderer. Normalerweise teilt sie sich nur, wenn sie von benachbarten Zellen dazu eine Aufforderung erhält. Diese unaufhörliche Kontrolle gewährleistet, dass jedes Gewebe eine dem Körper angemessene Ausdehnung und Architektur behält.

Ganz anders die Krebszellen: Sie durchbrechen die Kontrollen, beachten die üblichen Beschränkungen des Zellwachstums nicht mehr und folgen ihrem eigenen Vermehrungsprogramm. Hinzu kommt noch eine heimtückische Eigenschaft - ihre Fähigkeit, den Ort ihres Entstehens zu verlassen, in benachbarte Gewebe einzudringen, sich dort anzusiedeln und selbst an weit entfernten Stellen im Körper zu neuen Wucherungen auszuwachsen. Tumoren aus bösartigen Zellen werden im Verlauf ihrer Entwicklung immer aggressiver. Sie können schließlich zum Tod führen, wenn lebenswichtige Gewebe und Organe bis zur Funktionsunfähigkeit geschädigt werden.

 

Erkenntnisse über Krebsursachen seit Prof. Warburg

Vor mehr als 70 Jahren analysierte der Arzt und Biochemiker Prof. Otto Warburg (1883-1970) als Professor am Kaiser-Wilheim-Institut (ab 1918) die Zellatmung, die außer in den roten Blutkörperchen rund 90 % der molekularen Energieträger in den menschlichen Zellen produziert. Die Atmungskette nutzt den molekularen Sauerstoff, um die durch Photonenenergie angeregten, energiereichen Elektronen durch den Abbau der Makronährstoffe wie Zucker, Fette und Eiweiße auf die universelle Energiewährung der Zelle, das Molekül Adenosintriphosphat (ATP), zu übertragen. Für die Analyse der Komplexe der Atmungskette, welche für die geregelten Elektronenflüsse und Wasserstoffionengefälle in Form hintereinandergeschalteter sogenannter Redox-Systeme verantwortlich sind, erhielt Prof. Warburg schon Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts, als Leiter des Berliner Kaiser-Wilhelm-Instituts für Biologie/Zellphysiologie, den Nobelpreis.

Warburg hat als weitere herausragende Leistung bei seinen Forschungen erkannt, dass beim Stoffwechsel in der Krebszelle aus der Glukose erstaunlich viel Milchsäure ("Glykolyse") produziert wird. Dies trifft sowohl in vitro (im Reagenzglas) als auch in vivo (im lebenden Organismus) zu und gilt für aerobe wie auch anaerobe Stoffwechselprozesse (mit positivem bzw. negativem Sauerstoffüberschuss) in unterschiedlichem Ausmaß je nach betreffender Krebsart. in normalem Gewebe von tierischen Organismen dagegen wird niemals in vergleichbarem Umfang unter aerobischen Bedingungen Milchsäure aus Glukose produziert. Krebszellen unterscheiden sich demnach von Nicht-Krebszellen durch ihr Unvermögen, die Glykolyse in Gegenwart von Sauerstoff zu unterdrücken. In den Krebszellen ist die Kontrolle der Gärung durch Atmung gestört.

 

Hauptkrebsursache ist der Sauerstoffmangel

Erst im Laufe der nächsten Jahre und Jahrzehnte konnte dieser Mechanismus, der auf der Aktivität von Enzymen beruht, vollständig aufgeklärt werden. Im Rückblick schreibt Warburg hierzu 1967: "in wenigen Worten zusammengefasst ist die letzte Ursache des Krebses der Ersatz der Sauerstoffatmung der Körperzellen durch eine Gärung. Alle normalen Körperzellen decken ihren Energiebedarf aus der Sauerstoffatmung, die Krebszellen allein können ihren Energiebedarf aus einer Gärung decken. Vom Standpunkt der Physik und Chemie des Lebens betrachtet ist dieser Unterschied zwischen normalen Körperzellen und Krebszellen so groß, dass man ihn sich größer nicht vorstellen kann. Der Sauerstoff ist in den Krebszellen entthront und ersetzt durch die energieliefernden Reaktionen der niedrigsten Lebewesen, durch eine Gärung". Durch die Zellgärung wird mehr Energie erzeugt als durch die normale Sauerstoffversorgung, so dass sich die Zellen schneller vermehren können. Es entstehen Wucherungen. Man spricht dann von Krebs.

Diese Erkenntnisse beherrschten die Krebsforschungen durch Jahrzehnte und waren einleuchtend, also logisch. Statt Sauerstoff in der gesunden Zelle, Gärungsgase in der Krebszelle. Da in einer einzigen menschlichen Zelle mehr verschiedene Chemieprozesse ablaufen, als in allen Chemiefabriken unserer Erde, können wir erahnen, wie komplex eine solche Forschung sein muss.

 

Wende in der Erkenntnis über Krebsursachen

1966 jedoch, beim alljährlichen Treffen der Nobelpreisträger in Lindau am Bodensee, kam es zu einer epochemachenden Begegnung zwischen Warburg und den führenden Krebsforschern der jüngeren Generation, insbesondere aus den USA. Diese junge Generation von Nobelpreisträgern und Autoritäten wie Warburg, aber in der Regel Medizinprofessoren, war fasziniert von der Entdeckung des genetischen Code seit Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts und glaubte enthusiastisch, durch die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts in den Genen auch die Schalter für die Krebsgene finden zu können. Warburg hielten sie entgegen, er habe neu entdeckte Gensequenzen übersehen, die endogene "Retroviren" genannt werden, die offensichtlich eine Erbgutveränderung in Gang setzen könnten, welche letztendlich die Transformation von aus differenzierten Zellen zu Krebszellen bewirken könnten. Diese "Mutationstheorie" dominiert die Krebsforschung bis heute und lenkte die Krebsforschung leider in eine sicherlich verkehrte Richtung und entfernt sich dabei immer weiter vom Ziel. Die wahre Lehre des deutschen Nobelpreisträgers geriet dadurch fast in Vergessenheit.

 

Als 1970 dann nordamerikanische Laborforscher mit indirekten Nachweismethoden ein Enzym identifiziert zu haben glaubten, das die Botensubstanz RNA der Retroviren in die DNA-Form der Erbsubstanz des menschlichen Genoms umschreiben sollte, wurde der euphorische Wissenschaftsglaube genährt, innerhalb von 5 Jahren das Krebsrätsel mit molekular-genetischen Labormethoden lösen zu können.

 

Präsident Nixon erklärt dem Krebs den Krieg

Der US-Präsident Richard Nixon rief im Kampf gegen den Krebs zu Höchstleistungen auf. Historisch hatten die USA bereits zweimal vorher alle verfügbaren Mittel in zwei Projekte investiert und beide führten innerhalb der gesetzten Zeitfrist zum Erfolg. Das erste war~ das Manhattan-Projekt Roosevelts zum Bau der Atombombe und das zweite das Apollo-Projekt von Kennedy zur ersten Mondlandung. Nun wollte auch Nixon ein Riesenprojekt für den Fortschritt der Menschheit starten, indem er den "Krieg gegen den Krebs" ausrief und die Retrovirus-Krebs-Laborforschung mit nahezu unbegrenzten Forschungsmitteln ausstatten ließ.

Der bis heute beispiellose Kapitaleinsatz in der Krebsforschung in High-TechLabors und Forschungskliniken hat eine nicht mehr zu überschauende Detaffülle an Laborwissen und klinischen Daten erbracht. Aber die seinerzeit militant geschürte Euphorie der heroischen Kämpfer an der Krebsfront findet nur noch in den Medien statt. Totale Ernüchterung ist eingetreten. Statt auf dem Gebiet des Sauerstoffmangels weiter geradeaus voran zu schreiten, machte man einen Schwenk und marschierte 30 Jahre in die absolute Finsternis. Kleine Erfolge sind zwar da, aber in zu geringem Ausmaß. Der große Durchbruch kam nie. Bis heute sind sich die Forscher noch immer alle im Unklaren, was die endgültige Wahrheit bei der Entstehung des Krebses ist. Die wahre Lehre Warburgs wurde einfach verdrängt. Es wurden viele krebserregende Produkte identifiziert und die klassischen Krebsbehandlungen weiter verfeinert und verbessert sowie deren Nebenwirkungen vermindert. Die forschende Ärzteschaft kann sicherlich stolz ihre Erfolge aufzeigen. Bisher gewann man erst Schlachten in Teilgebieten, aber nicht den Sieg über den Krebs selbst, ein bisher 30-Jähriger Krieg! Selbst Experten der amerikanischen Gesundheitsbehörden und die Leiter der Krebsforschung haben im Jahre 2000 zugeben müssen, das der "Krieg gegen Krebs noch nicht gewonnen wurde".

Während der Regierungszeit von US-Präsident Clinton im Jahre 2000 wurden wiederum neue Projekte vorgelegt, um den Krebs innerhalb von 5 Jahren besiegen zu können. Diesmal glaubte man über die Genomen an das Geheimnis des Krebses zu gelangen. Erneut wurden unvorstellbare Summen für die Forschung bereitgestellt. Aber auch diese Genomen - Forschung kann nichts bringen, denn Krebs hat nichts mit Genomen zu tun. Man wird sich in weiteren 30 Jahren noch weiter vom Ziel entfernt haben, denn einer der Hauptkrebsursachen ist im Grunde genommen auch das Fehlen des Sauerstoffes in den Zellen, verursacht durch eine schlechte Sauerstoffversorgung über die roten Blutkörperchen durch verengte Kapillaren.

 

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